Linux

Unter Linux (oder auch GNU/Linux) wird heute ein Mehrbenutzer-Betriebssystem verstanden, welches auf einem Linux-Kernel aufsetzt und mit GNU-Software zu einem vollwertigen Betriebssystem bestückt wird. Im Grunde darf jeder ein eigenes Linux-Betriebssystem entwickeln, denn das wurde durch die GNU General Public License (GNU GPL), eine Lizenz für frei veränder- und vertreibbare Software, explizit erlaubt.

Linux bot schon sehr früh eine logische Rechteverwaltung, welche eine hohe Sicherheit gegen Schadsoftware und fremden Zugriffen erlaubte, auch die Geschwindigkeit und vor allem die Stabilität wurde im Vergleich zu Microsoft Windows von der Fangemeinde und vielen Unternehmen sehr geschätzt. Obwohl sich die Betriebssysteme von Microsoft in Sachen Stabilität sehr verbesserten und Apple-Betriebssysteme für Heimanwender an zunehmender Bedeutung gewinnt, ist Linux ist immer noch ein wichtiges Betriebssystem für Industrie wie Heimanwender. Linux ist außerdem die verbreiteste Plattform für Server (z. B. File-, Web- oder Mail-Server) und Rechenzentren, welche jahrelang und teilweise ohne Neustart ihre Dienste anbieten müssen.

Die Erfolgsgeschichte von Linux begann mit den ersten Erfolgen des ebenfalls als freies Betriebssystem entwickelte Unix, welches 1980 bekannt wurde und als Grundbasis für viele weitere Betriebssysteme herhielt. Unix wurde ziemlich schnell kostenpflichtig und der Quellcode nicht mehr öffentlich zugänglich gemacht.

Da freie Software jedoch eine Ideologie ist, welche in den 1990er Jahren bereits sehr verbreitet war, wurde das GNU-Projekt von Richard Stallman ins Leben gerufen. Das rekursive Akronym („GNU´s Not Unix“) ist als Gag zu verstehen, die Botschaft ist jedoch unmissverständlich: Ein Unix-kompatibles Nicht-Unix-Betriebssystem, welches als freie Software vertrieben wird. Im Rahmen des GNU-Projekts wurden zwar wesentliche Teile des in C programmierten Betriebssystems fertiggestellt, es fehlte jedoch der wichtige Kernel.

Der erste funktionsfähige Kernel kam in Minix zum Einsatz, dem Betriebssystem, welches als erstes Linux betrachtet werden kann. Da die Macher von GNU ihr Projekt namentlich für die Nachwelt erhalten wollten, wurden darauffolgende Projekte als GNU/Linux (ebenfalls unter GPL) veröffentlicht. Software-Entwickler sind aber sehr bequeme Menschen und beschränkten sich auf den Namen „Linux“ für das Softwarepaket GNU und den jeweiligen Kernel. Anders als damals, stammt mittlerweile nur noch ein Bruchteil der Softwarepakete von GNU, so dass der alleinige Name “Linux” legitim ist.

Der Linux-Kernel wird permanent weiterentwickelt, zwar geschieht dies von Software-Entwicklern weltweit verteilt in einer Gemeinschaft, dies wird jedoch durch die gemeinnützige Linux Foundation zentral organisiert.

Linux ist nicht gleich Linux. Es gibt viele verschiedene Distributionen unter Linux, welche mit unterschiedlichen Softwarepaketen und Benutzeroberflächen ausgestattet sind. Einige Distributionen haben nochmals ihre eignen Derivate, beispielsweise ist die bekannte Distribution Fedora ein Abkömmling des noch bekannteren Red Hat. Da Linux generell modular aufgebaut ist, lässt sich mit jeder Distribution beinahe alles realisieren, dennoch sollte bei der Wahl der Distribution der Verwendungszweck berücksichtigt werden. Beispielsweise gilt für den Betrieb eines Webservers die Linux-Distribution Debian als zielgerecht und leicht einzurichten, während für den Heimanwender eher openSUSE empfohlen wird. Auch die internationale Verbreitung der Distributionen kann eine wichtige Rolle spielen, während openSUSE (von der SUSE Linux GmbH mit Sitz in Nürnberg) in Deutschland sehr verbreitet ist, ist SUSE in den USA eher unbekannt. In den USA hingegen ist Red Hat eine der verbreitesten Distributionen, welche in Deutschland jedoch eher selten verwendet wird.